Veränderung
Organisationen sind als hochgradig kybernetische Strukturen (Mensch + Maschine) genötigt, bei strategischen Anpassungsprozessen beide Komponenten (Mensch, Maschine) zu berücksichtigen:
- Strukturelle Organisationsveränderungen wie Aus- und Eingliederungen von Organsiationseinheiten führen zu Prozess-Anpassungen durch die Auflösung oder Einführung von Prozess-Schnittstellen - bis hin zur Situationen in denen vormals interne, informell gesteuerte Prozesse durch externe, formalisierte und leistungsvergütete Dienstleistungprozesse ersetzt werden.
- Einführung neuer Produkte, die Eroberung neuer Märkte oder neuer Kundengruppen erfordern neue Funktionalitäten innerhalb der bestehenden System- und Funktionslandschaften.
- Die strategische Neuausrichtung einer Organisation führt zu veränderten Daten-, Funktion- und Berechtigungsflüssen.
- Primär externe, technologisch getriebene Umfeldänderungen führen zu strukturellen Anpassungen in den abgebildeten Geschäftsprozessen (eCommerce, Internet, Mobile Applikationen).
All diese Strukturänderungen spiegeln sich sowohl in der Organisationstruktur, den Geschäftsprozessen und im Setting der Mitarbeiter wieder. Sie wirken aber auch direkt auf die IT-Welt, welche die Organisation, Geschäftsprozesse und Mitarbeiter im täglichen Handlen unterstützt.
Das IT-Versprechen
Das "herkömmliche" Versprechen der IT - und der Technologieanbieter - adressiert genau diesen Bedarf. Die Antwort sind aktuelle Ansätze wie
- die Einführung eines ESB (Enterprise Service Bus),
- einer SOA (Service Orientierte Architektur) oder von
- BPM (Business Process Modelling).
Diese Antworten sind aber - wie fast immer - rein technologische Antworten auf eine Frage, die eine ganzheitliche Antwort benötigt.
Der Einsatz eines ESBs mit auf SOA ausgerichteten Funktionalitäten hilft nur dann dem Unternehmen, wenn es diese Flexibilitäts-Potentiale auch zu nutzen weiss. Eine traditionell ausgerichtete IT sieht es allerdings i.d.R. nicht als ihre Aufgabe, diese Meta-Fähigkeit herzustellen. Ihre Aufgabendefinition endet i.d.R. bei der Durchführung der Schulungen bzw. beim Betrieb der Funktionalitäten.
Systemischer Ansatz
Eine systemisch ausgerichtete Organisation würde über ein erweitertes Repertoire an Diagnose-, Erkenntnis- und Modellierungsmethoden verfügen. Sie würde dafür sorgen, dass die zur Verfügung gestellten IT-Potentiale (im Sinne von Flexibilität, Anpassbarkeit, Effektivität) auch im Unternehmen nutzbar werden - und genutzt werden.
Eine systemisch ausgerichtete Organisation würde die strukturelle Unterschiedlichkeit im Anpassungsverhalten von "Mensch" und "Maschine" berücksichtigen. Ziel wäre dabei eine ganzheitliche Anpassungsfähigkeit - sowie das Wissen und die Fähigkeit diese Flexibilität auch zu nutzen.
Dies würde zu einer konsequenten Weiterentwicklung der Anpassungsfähigkeit der Gesamtorganisation führen - sei es durch die Ausnutzung gegebener Potentiale, sei es durch die konsequente Weiterentwicklung neuer Potentiale - aber immer im Gleichklang und in Abstimmung beider Organisationskomponenten.