Nutzen
Eine systemische IT hätte eine höhere Erfolgsquote (im Sinne In-Time & In-Budget) beim Abschluß der Projekte. Um dieses Postulat zu belegen müssen wir uns zunächst einmal mit den Ursachen für Projekt-Erfolg und Projekt-Mißerfolg beschäftigen.
Woran liegt es nicht?
- Der Erfolg von IT-Projekten hängt heutzutage i.d.R. nicht mehr von der Leistungsfähigkeit der verwendeten Entwicklungsumgebungen oder der eingesetzten Basis-Software ab.
- Es gibt heutzutage für alle Funktionen und Anwendungsbereiche vorgefertige Software, ebenso wie es für alle typischen Business-Anforderungen entsprechende Entwicklungskomponenten gibt.
- Die Entwicklungs-Methoden sind ausgereift, und es gibt verschiedenste Entwicklungs-Modelle je nach Vorgehensstruktur des Unternehmens (Wasserfall, agile Ansätze).
- Die Projektmanagement-Methoden sind inzwischen für die Bedürfnisse und Notwendigkeiten von IT-Projekten ausgereift.
"Gute" Software ist heutzutage nicht mehr ein Ergebnis der Leistungsfähigkeit weniger schwer verständlicher IT-Spezialisten, welche in durchgearbeiteten Nächten auf geheimnisvolle Weise ein Stück Software erzeugen.
Es ist das Ergebnis eines durchorganisierbaren, steuerbaren und strukturierbaren Produktionsprozesses - bei allen Unwägbarkeiten, die mit "Kopfarbeit"-Projekten verbunden sind.
Natürlich sind individuelle Fehlleistungen nicht auszuschliessen und auch durchaus Ursache von Störungen im Produktionsprozess. Aber auch hierfür gibt die systemische IT eine Antwort.
Erfolgsfaktor Schätzung
Woran liegt es dann?
Zunächst gilt es die herkömmliche Definition eines "erfolgreichen" Projekts zu betrachten: dies sind die Parameter "in Time" und "in Budget" - unter Annahme, dass die geforderte Funktionalität in akzeptabler Qualität hergestellt wird.
Nun sind aufgrund der heute vorherrschenden Komplexität von strukturellen IT-Anpassungen eben beide Parameter "Budget" und "Time" grundsätzlich Schätzwerte. Was dazu führt, dass der Erfolg des Projekts davon abhängig ist, wie gut die Schätzung vorgenommen wird.
Was sind die treibenden Parameter dieser Schätzung?
- Komplexität der Aufgabe
- Komplexität des Umfelds
- Anzahl positiver wie negativer Wechselwirkungen mit/vom/durch das Projektumfeld
- Beteiligte Partner im Umsetzungsprozesse (Produktionseinheiten)
Eine gründliche, möglichst alle Parameter berücksichtigende Schätzung führt dazu, dass man die richtige Zeit und das richtige Budget abschätzt. Hinmit wird das Projekt ein "Erfolg".
- Nicht berücksichtigte Teilaspekte (z.B. Verhaltensänderungen von beteiligten Partnern/Zulieferern),
- nicht beachtete fachliche oder technologische Zwänge,
- nicht berücksichtigte Abhängigkeiten von anderen Projekten/Entscheidungen/Umgebungsparametern,
- nicht berücksichtigte Ansprechpartner
führen zu Mehraufwänden und/oder Terminverzügen. Dies wird teilweise durch den Einbau von Pufferelementen in den Schätzprozess berücksichtigt - diese Puffer können aber oft nicht komplett alle Einflüsse kompensieren.
Letztlich wird das Projekt aufgrund der unpräzisen Schätzung zu einem Mißerfolg deklariert. Nicht "in Time" und nicht "in Budget" = Mißerfolg.
Systemischer Ansatz
Die Systemik bietet eine Reihe von methodischen Erweiterungen um diese Problematik zu verbessern.
Zunächst gibt es erweiterte Analyse- und Verprobungsmodelle, welche bei der Analyse der wesentlichen Wechselbeziehungen helfen. Dies erhöht die Qualität der Schätzung dadurch, dass alle relevanten Umgebungsbedingungen und Aspekte berücksichtigt werden.
Des weiteren fokussiert sich die Systemik auf das Gesamtsystem mit allen beteiligten Komponenten, und verleitet zwangsläufig dazu, eine Meta-Ebene überhalb des Projektgeschehens einzunehmen. Statt projektinterner, berechtigterweise "egoistischer" Individualperspektiven würden Entscheidungen im Gesamtkontext des Unternehmens bewertet und entschieden.
Dies gilt insbesondere für die Phase vor der eigentlichen Projektinitialisierung - als dem Zeitpunkt, zu dem die grundsätzliche Erfolgswahrscheinlichkeit des Projekts festgelegt wird.
Die bereits bei der Schätzung angewendeten Analyse- und Verprobungsmodelle können im Verlauf des Projekts als ständiges Radar genutzt werden, um rechtzeitig wesentliche Umfeldveränderungen wahrzunehmen. Dies würde den Erkenntniszeitpunkt für notwendige Anpassungen im Projektverlauf nach vorne verschieben, den Zeitrahmen und damit den Wirkungsgrad für Korrekturen erhöhen.