Kommunikationsqualität

Nutzen

Die Kommunikationsqualität ist ein Kern-Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Arbeit innerhalb der IT-Abteilung. Die Entwicklung von Software ist "Kopfarbeit", und die wesentlichen Inhalte bedienen sich mächtiger semantischer Konstrukte.

Dabei gibt es zwei Grundformen der Kommunikation:

  • Die Kommunikation innerhalb der IT, primär getrieben von technologischen Aspekten.
  • Die Kommunikation an den Außenkanten der IT, primär getrieben von fachlichen Aspekten.

Die meisten Mitarbeiter und Führungskräfte in den IT-Abteilungen sind Techniker, und entstammen der "Sprachtradition" der Technologien. Die Ansprechpartner der IT-Abteilung an den Außenkanten müssen daher eine Übersetzungsleistung erbringen: die fachliche Welt und Sprache der Fachseite muss in die Technologie-Sprache der Technologen übersetzt werden.

Die Korrektheit dieser Übersetzung entscheidet im Wesentlichen über die Korrektheit der dann erzeugten technologischen Artefakte/Funktionalitäten.

Die Kritikalität dieser Schnittstelle wurde bereits früh erkannt. Um der Problematik "Übersetzung" gerecht zu werden sind in der Regel "Business Analysten" im Einsatz, welche zum einen die Welt der jeweiligen Fachseite gut kennen, und in der Lage sind auch die technologische Sprache zu sprechen.

Diese Übersetzungsleistung erfolgt in der Regel "Sprache-zu-Papier" - es werden entsprechende Dokumente (Lastenhefte, Produkt-Design-Dokumente etc.) erstellt welche die Sicht der Fachseite abbilden. Bei dieser Transformation kommt es zwangsläufig zu Informationsverlusten. Die Komplexität der Realität - und ihre Dynamik - kann immer nur zu Teilen durch derartige Dokumente dargestellt werden. Des weiteren kostet eine derartige Abbildung immer Zeit - Zeit, in der sich die ursprünglich dargestellte und kommunizierte Situation verändert kann (und in der Regel auch wird).

Je komplexer und umfangreicher die gewünschten strukturellen Anpassungen sind, umso stärker wirken diese qualitativen und der Zeit geschuldeteten Informationsverluste.

Dies führt letztlich zu einer reduzierten Qualität des erstellten technologischen Artefakts, welcher man mit erhöhtem Aufwänden für Qualitätssicherung und Projektmanagement versucht zu begegnen.

Systemischer Ansatz

Die systemischen Methoden und Werkzeuge zur Beratung von Organisationen sind inhärent fähig, solche komplexen Zusammenhänge zu verstehen und darzustellen. Es ist eben jene Brille "auf das System" sowie den Wechselwirkungen zwischen den Systemkomponenten, die der Kernfokus systemischen Wirken und Handelns darstellt.

Die Systemik nutzt dabei unter anderem die menschlichen Fähigkeiten zur Wahrnehmung 4-dimensionaler, sozialer Strukturen, die bei einer papier- und sprachgebundenen Informationsvermittlung brach liegen.

Eine "systemische IT" würde jene Abbildungspotentiale nutzen um den Informationsverlust zu minimieren sowie die benötigte Zeit zur Übermittlung der "relevanten Realität".

Teile dieser Ansätze werden bei den heute etablierten agilen Methoden zum Einsatz gebracht, z.B. bei SCRUM. Hier ist die Dynamik des Software-Herstellungsprozesses stark durch eine direkte, persönliche Kommunikation zwischen der Fachseite und den Leistungserbringern (Programmiereren) geprägt.

 
Blog zur systemischen IT