Der systemische Ansatz II

Ein Meilenstein in dieser Umstellung war sicherlich Norbert Wieners Buch Kybernetik. Es legte den Grundstein für eine eigene Wissenschaft der Systemsteuerung, die ganz neue Begrifflichkeiten und Konzepte ins Spiel brachte: Feedback, Black Box, Homöostase oder das Arbeiten mit Fließdiagrammen.

Später wurde dieses Denkform mit großen Erfolg auf die Kommunikation (Shannon), auf die Psychologie (Bateson) oder auf gesellschaftliche Phänomene (Parsons, Luhmann) übertragen. Dass man in all diesen Zusammenhängen heute wie selbstverstädlich von "Systemen" spricht, ist ein Ergebnis dieser Entwicklung. Heinz von Foerster brachte die zusätzliche Unterscheidung von Kybernetik erster und zweiter Ordnung in die Diskussion ein. Es macht nämlich einen großen Unterschied in der Komplexität der Steuerung, ob sie (linear) von außen geschieht, oder ob ein System sich selbst steuert.

Spannend wird es natürlich auch dort, wo komplexe Systeme selbst wieder miteinander wechselwirken. Etwa, wenn Menschen als sich selbst steuernde Systeme (2. Ordnung) in sich selbst steuernden Unternehmen (2. Ordnung) Abläufe und Maschinen zu steuern haben (1. Ordnung). Und diese Menschen darüber hinaus auch noch in ganz andere Systemen zweiter Ordnung eingebettet sind (Familie, Freundeskreis usw.)

 
Blog zur systemischen IT